1. - Birgit die Ameise -

Es war einmal eine Ameise, die den Namen Birgit trug. Sie war immer eine sehr fleißige Ameise gewesen, und sehr eitel noch dazu.
Sie hatte schon als kleine Ameise davon geträumt, einmal über ihr eigenes Ameisennest zu regieren, so wie ihre arrogante Königin Rosa.

Eines lauen Frühlingsmorgens wurde Birgit mit ein paar anderen Ameisen dazu beauftragt ihren Ameisenbau auszubessern.
Birgit hasste diese Arbeit und regte sich tierisch auf. „Diese gemeine Hexe“, schimpfte sie. „Sie weiß ganz genau, dass ich diese Arbeit hasse! Soll sie es doch selber machen!“
„Aber Birgit!“ Egon, Birgits Verehrer, war empört. „Rosa ist unsere Königin!“
„Jetzt falle du mir nicht in den Rücken!“ Birgit kochte vor Wut und stolzierte davon. Sie half an diesem Tag nicht mit.

Erst spät am Abend stolzierte schlich sie sich in ihr Zimmer im Ameisenbau. Niemand hatte sie bemerkt. Sie betrachtete sich lange im Spiegel und fand sich wunderschön.
Nach einer unruhigen Nacht weil sie ein schlechtes Gewissen hatte, entschuldigte sie sich bei ihrer Königin und arbeitete an diesem Tag doppelt so viel wie alle anderen.

In der nächsten Nacht gewitterte es furchtbar. Ein Blitz schlug in den Ameisenbau ein und es begann zu brennen. Birgit war eine der ersten, die das Feuer bemerkt hatten.
Sie rannte zu Rosas Zimmer, doch die Königin war nicht da. Also nahm Birgit die Sache selber in die Hand und evakuierte alle Ameisen. Ein spezieller Suchtrupp wurde dazu beauftrag Rosa zu finden. Sie blieben aber erfolglos.
Nach dem der Ameisenbau völlig ausgebrannt war, suchten sie in den Trümmern weiter nach ihr. Sie fanden ihre Krone auf dem früheren Dachboden.
Alle waren traurig und Klaus begann bitterlich zu weinen. Was niemand wusste war, dass er ein heimliches Verhältnis zu Rosa gehabt hatte. Sie waren auf dem Speicher verabredet gewesen, wie schon so oft zuvor. Doch bevor er eintraf, brannte es schon lichterloh.
Birgit versuchte ihn zu trösten und auch alle anderen Ameisen beteuerten, dass ihn keine Schuld an Rosas Tod träfe.
Doch wie würde es nun weiter gehen? Sie brauchten einen neuen Ameisenbau und eine neue Königin. Doch wen?
Nach einer langen Überlegungspause schlug Egon vor: „Wie wäre es mit Birgit? Sie hat den ganzen Bau evakuiert!“
Aus der Ameisenmenge kamen nach und nach begeisterte Zurufe. Irgendwann ertönte sogar „Lang lebe Königin Birgit!“

Rosa wurde ein prachtvolles Denkmal errichtet und Birgit wurde in einer großen Feier zur Königin gekürt. Ein wunderschöner neuer Bau wurde errichtet und die Ameisen waren sehr glücklich. Für die Ausbesserungsarbeiten am Ameisenbau engagierte Birgit immer eine Ameisenfirma, die darauf spezialisiert war. Daher musste ihre Ameisen diese Arbeit nicht mehr ausführen. Jeden Sonntag wurde eine kleine Gedenkfeier zu ehren Rosas gehalten.

Und wenn sie nicht gestorben ist, dann regiert Birgit noch heute.



Montag, 17. Dezember 2007

# Posté le dimanche 23 décembre 2007 14:51

Modifié le vendredi 28 décembre 2007 18:26

2. - Where is Dad? -

Ann was sitting in front of the window. She had been looking out for hours. She looked at the cars and the people woh passed in the street. It was six o'clock in the evening and it was already dark outside. It was the 23rd december. Ann was waiting for her Dad. He would come later from work than normally.
Suddenly it began to snow. Big white snowflakes were falling from the sky. Two minutes later Thomas, Ann's little brother, ran into the livingroom where Ann was sitting and screamed: “Ann! Ann, look, it's snowing!” But Ann didn't answer. Thomas sat down next to her but after a few minutes he went back to the kitchen where their mother was making cookies.
Ann heard her mother going to the corridor, where she phoned Dad's workplace, but he had already left one hour ago. Mum told Ann and they began to worry about where he was. Thomas was making a big noise in the kitchen so Mum went back to look what he was doing.
“Tomorrow, tomorrow is Christmas.”, thought Ann. “What if something bad had happende to Dad?”
It began to snow harder. Two little girls were playing in the snow. The cars were driving more slowly than before.
Mum had finished the Christmas bakery and now she stood next to Ann. Thomas wanted to play with Ann, but Ann didn't.
Suddenly Ann sax their car coming down the street. But what was this big thing on the top of the car?
Bagages, presents, Santa Clause?!
When the car came closer, she saw that it was a Christmas tree. A very big one!
Ann ran into the corridor, put on her coat and ran outside, followed by Thomas and Mum.
Dad had parked the car and had already begun to take off the Christmas tree from the car's roof when he saw Ann. She stood in front of the car and she was looking with big eyes and an open mouth at the Christmas tree.
Dad took the Christmas tree off the car with Mum's help and put it up in the livingroom.
Thomas and A nn admired the beautiful tree while Mum prepared the meal. Later in the evening, they all decorated the Christmas tree together.
It was the most beautiful Christmas tree they've ever had.



October 2006

# Posté le dimanche 23 décembre 2007 15:10

Modifié le mercredi 06 février 2008 09:09

3. - The warderobe and I -

I had heard a noise.
My heart was beating fast when I suddenly woke up. It was two thirty in the morning as a quick glance on my alarm clock revealed.
There it was again!
The floor boards in the corridor were creaking, I thought I heard someone walking past the door. Who could that be?
I got up as silently as possible. I looked outside the window. There was a dark van and somebody was sitting in it.
I went to the door. I couldn't hear any noise. I went into the corridor and to my parents bedroom. I opened the door and looked inside. There was no one. I went to mys ister's bedroom and there wasn't anyone either.
When I was back in the corridor, I heard somebody going down. I ran into my bedroom whe I suddenly heard the person coming back. I opened my warderobe, stepped inside and closed it. I heard someone coming into my bedroom.
I was frightened to death! Was it a murderer? Where were my parents or sister?
I could peep through a hole in my warderobe. I could see a pair of black shoes. I heard a person calling my name! A murderer who calls hios victimes? That was nearly impossible!
I needed two minutes to realize that it was my grandfather's voice. I climbed out of my warderobe and said in a little voice “Hi, here I am!” My grandfatehr looked at me very strangely. So I told him that I had thought that he was a murderer. He laughed.
I asked him where the rest of my family was.
He answered that my sister had gone to sleep at a friend's and that my parents were at a party what I had totaly forgotten.
I asked him about the man in the van. He said that it was a friend of his who was going to take him to the airport because he was going on holiday. The friend had been early so he was waiting in his van. Grandfather said that he had to leave now.
I wished him a nice holiday and went back to bed.



November 2006
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# Posté le dimanche 23 décembre 2007 15:49

Modifié le samedi 09 février 2008 15:47

4. - Mama schläft nur -

Als ich aus der Schule kam, lag Mama auf dem Sofa und schlief. Ich habe sie nicht geweckt, denn dann wird sie meistens furchtbar wütend. Neben ihr lagen ihre Tabletten, die sie immer nimmt wenn sie müde ist und sich schlecht fühlt. Dann ist sie immer schlecht gelaunt und man muss ganz lieb sein damit sie einen nicht anschreit. Das ist so seitdem Papa nicht mehr da ist. Mama hat ihn auf dem Speicher gefunden. Er hatte sich eine dicke Kordel um den Hals gehangen und sich umgebracht, sagen alle. Ich kann mir das nicht vorstellen, aber das werde ich später verstehen, sagt Mama. Sie weint immer und ist ganz traurig.
Mein Bruder und ich haben ganz leise gespielt, den ganzen Abend.
Irgendwann hatten wir Hunger, aber Mama schlief immer noch. Wir fanden eine Tafel Schokolade, die wir teilten und ganz alleine aufaßen. Wir spielten noch lange an diesem Abend, weil Mama schlief und uns darum nicht ins Bett schickte. Erst als uns vor Müdigkeit die Augen zufielen gingen wir ins Bett.
Am nächsten Tag gingen wir nicht in die Schule. Wir hatten das total vergessen. Wir waren müde weil wir so lange aufgeblieben waren. Aber Mama schlief immer noch auf dem Sofa.
Sie musste sehr müde sein, so lange wie sie schlief. Um sie nicht zu stören spielten wir ganz leise. Wir hatten wieder Hunger, doch wir fanden nichts zu essen.
Irgendwann fing es richtig an zu bohren in unserem Bauch, so hungrig waren wir. Ich rief bei unserer Nachbarin an, aber sie ging nicht ans Telefon. Ich versuchte Mama zu wecken, aber sie schlief so tief und fest, dass nicht mal mein Rütteln und Rufen sie weckte.
Ich setzte mich neben sie auf den Boden. Ich wusste nicht was wir tun sollten und mein Bruder fing an zu quengeln.
Ich spielte mit ihm und wir vergaßen den Hunger. Wir fragten uns wie Mama so lange schlafen konnte und gingen wieder spät ins Bett.
Am nächsten Morgen war der Hunger so groß, dass wir es kaum mehr aushielten. Im Wohnzimmer begann es komisch zu riechen und irgendwann merkten wir, dass es Mama war, die so komisch roch.
Wir versuchten noch einmal Mama zu wecken, doch wir schafften es wieder nicht. Also ging ich runter zu Marianne, unserer Nachbarin.
„Die Mama schläft schon ganz lange und wird einfach nicht wach! Und seit heute morgen stinkt sie ein bisschen.“
Marianne guckte mich erschrocken an und kam mit mir in unsere Wohnung. Sie ging zu Mama und fühlte ihr am Hals. Dann wurde sie ganz weiß im Gesicht.
„Wo ist dein Bruder, Lana?“, fragte sie mich.
Ich ging ihn in seinem Zimmer holen und Marianne sagte, wir sollten runter gehen zu Mia, ihrer großen Tochter. Sie würde auch bald kommen.
Kurz danach kam ein Krankenwagen in unser Haus und wir verstanden gar nichts mehr. Mia machte uns etwas zu essen und wir warteten auf Marianne.
Die Krankenwagenleute kamen irgendwann mit einer großen Kiste runter, und Mia hat gesagt, dass Mama da drin liegt. Aber das glaube ich ihr nicht. Mama liegt bestimmt noch auf dem Sofa und schläft. Marianne sagt, dass Mama im Himmel ist, aber das glaube ich auch nicht.
Später sind wir dann für ein paar Tage bei Oma gewesen, aber die war zu alt um sich um uns zu kümmern. Also sind wir in ein Heim gekommen wo nur Kinder sind, wo die Eltern sich nicht drum kümmern können.
Mein Bruder wurde direkt in eine andere Familie gebracht und der wohnt jetzt da. Ich habe Mama und ihn seitdem nicht mehr gesehen.
Ich sitze hier am Fenster und verstehe gar nicht, was die großen Leute alle reden. Sie sagen, Mama ist im Himmel. Aber das glaube ich ihnen immer noch nicht. Ich sitze hier und bin traurig weil ich nicht bei meiner Mama und meinem Bruder bin. Aber ich bin sicher, dass meine Mama mich bald abholt und dass dann alles wieder so wird wie früher.
Denn Mama schläft nur.



Freitag, 28. Dezember 2007

# Posté le vendredi 28 décembre 2007 18:24

Modifié le samedi 29 décembre 2007 17:28

5. - Nur die Besten sterben jung -

Unser ganzes Leben besteht letzten Endes aus nichts anderem, als aus Erinnerungen und Träumen. Erinnerungen an gestern und Träume von morgen.
Erinnerungen sind wie Puzzelstücke. Viele Einzelteile ergeben ein Ganzes. Doch wie das mit Puzzeln ist, fehlt hin und wieder ein Stück und das Gesamtbild ist unvollkommen.
Ereignisse können zwar teilweise in Bildern festgehalten werden, doch mindestens eine Dimension der Realität verliert sich immer: Gerüche, Bewegungen, Worte, Geräusche, die Umgebung und alles andere, das der menschliche Körper festestellt, das nicht bildlich festzuhalten ist.

Ich habe viele kleine und große Erinnerungen an unsere Zeit. So viele, dass ich Angst habe, eine zu vergessen. Dein Geruch, der Klang deiner Stimme, dein Lächeln, das Funkeln deiner Augen, das Gefühl unserer sich aneinander festhaltenden Hände und vieles mehr.

Meist geraten die falschen Dinge in Vergessenheit. An die schönsten Momente erinnert man sich häufig nicht, während die weniger schönen Dinge einen Menschen oftmals gespürte Ewigkeiten verfolgen.
An unsere Streitereien erinnere ich mich, als wäre es gestern gewesen. Wie wir uns angeschrieen haben, geärgert und verletzt. Ich höre jene Worte, die wir sagten, spüre jede Träne, die wir weinten, den Frust, den wir empfanden.
Nach jedem Streit haben wir uns versöhnt, jedes Problem gemeinsam aus dem Weg geschafft. Jede Komplikation schweißte uns enger zusammen, machte uns unzertrennlicher. Wir gehörten zusammen, waren verloren ohne den anderen.
Uns konnte nichts für lange Zeit trennen. Wir haben zusammen gelacht und geweint, haben alles geteilt, was wir hatten. Höhen und Tiefen, Betten, Spielzeug, Essen, Ereignisse, Erinnerungen. Wir teilten unsere gesamte Kindheit. Keine freie Minute, keine Ferien, die wir nicht zusammen verbrachten. Das ich ein Mädchen war und du ein Junge hat uns nie gestört. Ich spielte mindestens genau so gerne mit Autos wie jeder Jungen auch.
Wir waren wie Geschwister, nur noch besser. Wir waren Seelenverwandte. Mochten und verabscheuten das Gleiche. Wollten immer das Gleiche, ohne uns abzusprechen. Traten für das Gleiche ein. Verstanden uns ohne Worte. Ein Blick sagte mehr als tausend Worte.

Wir erkundeten zusammen unsere kleine Welt, reizten Grenzen aus, testeten die verschiedensten Dinge. Wir lernten gemeinsam Rad fahren, Lesen und Schreiben, Schwimmen im Fluss. Man brachte uns bei, Buchen von Eichen zu unterscheiden, Gezwitscher verschiedener Vögel auseinander zu halten, Schmetterlinge zu fangen.
Wir jagten gemeinsam dem Fußball hinterher, verbarrikadierten uns in unserem selbstgebauten Baumhaus, gingen früh morgens heimlich im Fluss schwimmen.

Wir dachten nicht an die Zukunft, hätten niemals gedacht, dass wir einst getrennt würden. Die Anwesendheit des anderen war selbstverständlich, nicht wegdenkbar. Wir wurden innerhalb von vier Stunden geboren, in unterschiedlichen Teilen des Landes. Wir zogen im Alter von sechs Monaten beide in die gleiche Parzellierung, unsere Eltern freundeten sich an. Von da an gab es uns nur im Doppelpack. Fremde fragten oft, ob wir Geschwister seien. Das amüsierte nicht nur unsere Eltern. Wir machten uns einen Spaß daraus, ihnen glaubhaft zu machen wir seien Zwillinge. „Zweieiige Zwillinge natürlich, wir sind ja Mädchen und Junge!“, erklärten wir den Leuten schon mit sieben Jahren.

Eines heißen Morgens im Juli waren wir wieder im Fluss schwimmen. Wir waren gerade 11 geworden. Wir tauchten, wobei wir versuchten so lange wie möglich unter Wasser zu bleiben. Wir hatten viel Spaß, doch beschlossen, aus dem Wasser zu gehen, da es zu kalt wurde. „Noch ein Mal will ich runter“, hast du gesagt, „und noch länger unter Wasser bleiben als sonst“. Ich ging schon an Land, weil ich auf der Uhr schauen wollte, wie viele Sekunden er unten blieb. Die Sekunden verstrichen. Luftbasen stiegen auf. Dann tat sich gar nichts mehr. Wie immer. Meistens kam er kurz danach an die Wasseroberfläche und schnappte nach Luft. Diesmal dauerte es sehr lange, bis sein Kopf endlich an der Wasseroberfläche erschien. Doch er nahm den Kopf nicht aus dem Wasser. Sein Körper schwamm kurz danach an der Wasseroberfläche. Ich sprang wieder ins Wasser und tippte ihn an. Er bewegte sich nicht. Ich zerrte ihn ans Ufer und zog ihn aus dem Wasser. Er bewegte sich immer noch nicht. Langsam bekam ich Angst. Er würde mich nicht so gut auf den Arm nehmen können. Ich rief panisch nach meinem älteren Bruder Max. Er spielte in der Nähe mit einem Freund Fußball und sollte eigentlich ein Auge auf uns werfen, was er natürlich nie tat. Erst kam er langsam auf uns zu, dann, als er David auf dem Boden liegen sah, rannte er los. „Was ist passiert?“, fragt er. Er versuchte Davids Puls zu finden und wurde kreidebleich. Er schickte mich nach Hause. Ich sollte unserer Mutter sagen, sie solle einen Krankenwagen rufen. Max sagte, er würde sich um David kümmern. Als ich zu Hause ankam, war David schon lange tot.

Wenige Wochen nach Davids Beerdingung zogen seine Eltern weg, zurück in ihre Heimatstadt. Ich fiel in ein tiefes psychisches Loch. Ich aß nicht mehr, spielte nicht mehr, sprach nicht mehr. Ich saß den ganzen Tag am Fenster meines Zimmers und schaute nach draußen. Wonach ich schaute, weiß ich nicht mehr. Ich saß einfach nur da und starrte vor mich hin. Nach zwei Monaten fanden meine Eltern, dass es für alle besser sein würde, wenn wir umziehen würden. Wir zogen wenige Wochen danach in eine andere Stadt, weit weg von der alten. Dort normalisierte sich unser Leben allmählich wieder. Lange Zeit versuchte ich, die vergangenen elf Jahre zu vergessen. Jedes Mal wenn ich an David dachte, verlor mein Leben seinen Sinn. Ohne ihn war ich verloren. Doch solange ich nicht daran dachte, ging es trotzdem irgendwie.
Erst später, mit 21, stellte ich mich dem Problem und zog die Hilfe eines Psychologen zu Rate.
Heute kann ich an jene elf Jahre zurück denken, ohne in eine tiefere Depression zu fallen. Ich kann mich an dieser Zeit erfreuen und sehe, was für ein Glück ich hatte, solch einen Freund zu haben. Ich habe nie wieder so einen Menschen, so einen guten Freund kennengelernt.

Das sind meine Erinnerungen. Und meine Träume? Sie heißen zu Recht Träume, denn sie werden auch unerfüllt bleiben. Leider ist es niemandem möglich mir meinen größten Wunsch zu erfüllen.
Diesen Traum träume ich seit jenem Sommertag, als man deinen leblosen Körper im Flussufer fand. Jener Tag, an dem ich entschloss aus unserer Parzellierung und unserer Stadt wegzugehen. An jenem Tag war alles wie immer, bis auf dein Fehlen. Ohne dich hielt ich es dort nicht aus. Alles erinnerte mich an dich. Nirgendwo konnte ich hingehen, nichts konnte ich tun, ohne dich zu vermissen.
Seit diesem Tag träume ich davon, dich wieder zu sehen. Ich wünsche mir nichts sehnlicher. Dich in den Arm zu nehmen, dir so nahe zu sein wie früher.
Du warst mein Mann. Bei dir fühlte ich mich wohl und geborgen. Ich konnte sein, wie ich wirklich bin, konnte mein wahres Ich zeigen. Du warst einzigartig und atemberaubend und wirst es für mich immer bleiben. Mit dir an meiner Seite durchs Leben zu gehen, war so viel angenehmer als ohne dich. Jedes Mal, wenn ich die Augen schließe, sehe ich dein Gesicht vor mir, mindestens jede zweite Nacht besuchst du mich in meinen Träumen. Mit jeder Stunde vermisse ich dich mehr. Du warst der Beste für mich. Nur die Besten sterben jung.


13.-26. April 2008

# Posté le samedi 26 avril 2008 17:07

6. - Just breath -

Die Kerzen sind runter gebrannt, die CD hat schon lange aufgehört zu spielen, die Flasche Scotch ist leer. Die Wanne ist bis oben hin mit Wasser gefüllt, das schon lange abgekühlt ist. Ich war geistig so abwesend, dass mir das alles gar nicht aufgefallen ist. Plötzlich fröstelt es mir und eine Gänsehaut breitet sich auf meinem Körper aus. Mir wird immer kälter. Meine Zähne beginnen zu klappern.

Wie lange ich schon so daliege, weiß ich nicht. Die einzige Bewegung, die mein Körper hin und wieder ausgeführt hat, war der unbewusste Griff zur Flasche. Immer noch laufen mir die Tränen wie Bäche über die Wangen. In meinem Kopf dreht alles, Gedanken fliegen bruchstückartig hin und her. Effekt des Alkohols. Naja, das macht nichts. Vorher war es eigentlich auch nicht viel besser, da oben in meinem Kopf.

Langsam rutscht mein Körper immer tiefer in die Wanne. Ich hole tief Luft, dann tauche ich ab. Die Augen halte ich noch fest geschlossen. Nach einigen Sekunden atme ich langsam aus. Ich öffne die Augen. Ich sehe die Bläschen aufsteigen und die Wasseroberfläche durchbrechen. Der Sauerstoff in meinen Lungen ist aufgebraucht, doch ich bleibe unter Wasser. Als es kaum mehr zum Aushalten ist, öffne ich den Mund und atme ein. Meine Lungen füllen sich schmerzhaft mit dem eiskalten Wasser.

Plötzlich sind meine Gedanken wieder klar. Ich tauche so schnell ich kann auf. Ich huste und ringe nach Luft, alles gleichzeitig. Meine Atemzüge sind hektisch und ungleichmäßig. Das Wasser ist übergeschwappt und das halbe Badezimmer steht unter Wasser. Mein Gehirn schafft es wieder, ganze Gedanken zu produzieren. Der Alkoholgehalt in meinem Blut scheint sich in Luft aufgelöst zu haben. Ich lasse das kalte Wasser auslaufen. Als die Wanne leer ist, hat sich auch mein Atem wieder beruhigt. Um meinen kühlen Körper wieder aufzuwärmen, lasse ich warmes Wasser einlaufen. Nach ein paar Minuten ist mir wieder halbwegs warm. Ich stehe auf und trockne mich ab.

Ich schaue in den Spiegel und muss mit dem Kopf schütteln. Wären meine Gedanken nicht plötzlich wieder klar gewesen, hätte ich mich wohl noch umgebracht. Und das alles wegen ihm? Er hat mein Herz gebrochen und fast hätte er mein ganzes Leben zerstört. ‚Nein, meine Liebe', sage ich mir ‚das ist er wirklich nicht wert'. Ich muss sogar ein bisschen über meine kleine Dummheit lächeln. Ich schreibe mit dem Finger ‚Vollidiot' auf den mittlerweile mit Dampf überzogenen Spiegel und verlasse das Badezimmer.
Alles wird gut, ich muss nur atmen.

Mai 2009
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# Posté le jeudi 08 octobre 2009 06:16

7. - Herbst -

Bunte Blätter fallen von den Bäumen,

bis kahle Zweige die Straßen säumen.

Ungemütlich grau wird's im ganzen Land,

Kälte und Nebel reichen sich die Hand.

Durch solch niedrige Temperaturen,

kommen Mensch und Tier nicht mehr auf Touren.

Motzige Menschen laufen durch die Welt,

weil ihnen plötzlich gar nichts mehr gefällt.

Da nutzen auch keine Diskussionen:

die Menschen leiden an Depressionen.

Doch steht Weihnachten erst mal vor der Tür,

weiß plötzlich niemand mehr so recht wofür.


November 2007
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# Posté le jeudi 08 octobre 2009 06:28

8.

Le vert du tableau, le blanc de la table,
Les élèves endormis à cause du cours formidable.
Ce n'est rien de nouveau, c'est comme ça chaque fois.
Assis sur les chaises en bois, les élèves n'ont pas le choix :
Ils sont emprisonnés, pas moyen d'échapper!
Ils comptent les minutes, encore 30 à passer.
Personne n'écoute le prof qui va bientôt se fâcher,
Puis donnera des devoirs durs à réaliser.
Le temps ne passe pas, les élèves commencent à rêver
Du beau futur quand l'école sera passée.



25.11.2009, Introductory Course Tutorial
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# Posté le mercredi 25 novembre 2009 16:05